Bericht 2021 - Mai

Liebe Mitglieder, Freunde und Unterstützer unseres Vereins,

auch in diesem Jahr war eine Mitgliederversammlung nicht möglich und so wurden auch die anstehenden Neuwahlen verschoben.

Eine digitale Mitgliederversammlung wäre doch ziemlich aufwendig. Auch ist sie nur dann möglich, wenn die Satzung des Vereins das zu lässt. Das ist bei uns nicht der Fall und so wäre eine solche Mitgliederversammlung grundsätzlich unzulässig.

Die Bundesregierung hat dazu Sonderreglungen für Vereine erlassen, sie sind doch sehr umfangreich; wichtig ist, der Artikel 2 § 5, Absatz 1: „Der Vorstand bleibt auch dann im Amt, wenn keine Wahlversammlung durchgeführt werden kann."

Vorstandschaft:

1. Vorsitzende : Wilma Rehkugler

2. Vorsitzender: Markus Rehkugler (vorläufig)

Kassier        : Anneliese Axtmann

Schriftführerin: Karin Axtmann

Sollten sich jedoch Kandidaten zur Neuwahl erklären, wäre auch dies möglich. Hier ganz besonderes für den 2. Vorsitzenden, dieses Amt ist ja durch den Tod von Herrn Kiehling noch zu besetzen. Die Kasse von 2020 wurde von Herrn Mutter geprüft und in Ordnung befunden. Herzlichen Dank lieber Herr Mutter für die langjährige Tätigkeit. Nach wie vor arbeiten alle ehrenamtlich und so entstehen keine Verwaltungskosten und das Geld geht zu 100 % an die Projekte.

Wir haben viel Unterstützung erfahren durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Damit ist es gerade in diesen schwierigen Zeiten möglich unseren Vereinszweck zu erfüllen und den Fortbestand der Projekte zu sichern. Bedingt durch die Pandemie wurde vielen Familien die Lebensgrundlage genommen. Um zu gewährleisten, dass die Schüler*innen auch weiterhin zur Schule gehen zu können, wurde unsere Unterstützung mit Dankbarkeit angenommen.

Die gleiche Situation zeigte sich im Wohnheim, da doch etliche Mädchen aus sehr armen Gebieten kommen, war es den Eltern nicht möglich den Eigenanteil von 20,- € aufzubringen. Dies wurde mir sehr eindringlich von Hussn Bibi, der Hausdame geschildert.

Im Namen unserer Förderer und Unterstützer wurde auch hier gewährleistet, dass niemand aus Geldmangel das Wohnheim verlassen und die Bildungsmaßnahme abbrechen muss. 

Vielen herzlichen Dank an alle Unterstützer!

Im nächsten Jahr können wir auf 20-jähriges Vereinsbestehen zurück blicken. Sicher war es nicht nur einfach und die Frage ob sich die Mühe gelohnt hat, stellt sich nicht. Was kann man Besseres tun, als durch gute Bildung eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Mit den Verantwortlichen und Freunden von den Projektorten bin ich in ständigen Kontakt. Für die Schule ist das Hassan Karim, Lehrer und Präsident von Shimshal.

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Ein großes Anliegen von Herrn Kiehling war es, unsere Schule zu besuchen. Hier sind wir im Gespräch mit Hassan Karim, der ja seit 2006 hier tätig ist. (rechts Hassan Karim)

Für das Wohnheim ist Hussn Bibi, die Hausdame zuständig. Sie ist ständig um das Wohl der Bewohnerinnen bemüht. Die technische Seite wird von Wahab Ali Shah und Qudrat Ali Shah betreut. Mohammad Abbas sowie eine junge Angestellte im Wohnheim übernehmen den finanziellen Teil der Verwaltung unserer Zuwendungen für das Personal und den Einkauf der Lebensmittel für die Mahlzeiten.

Auch in Shimshal und Hunza gab es im letzten Jahr immer wieder staatlich angeordnete Schließungen der Bildungseinrichtungen. Obwohl Shimshal so gut wie gar nicht von Corona betroffen war und auch Hunza nur wenige Infektionen hat, müssen sich alle den staatlichen Verordnungen anschließen.

Eine gute Nachricht der letzten Tag war die Tatsache, dass in der Region Gilgit/Hunza verstärkt geimpft wird und nun die 40jährigen an der Reihe sind.

 

Schule

Trotz des Neubaus der staatliche Bubenschule ist unsere Schule mit 104 Buben und 122 immer noch gut besetzt. Der Grund ist die hohe Qualität des Unterrichtes bis zur 10. Klasse. Auch der Kindergarten wird gut angenommen. Hier kommen sogar die Kleinen von den Teilorten Aminabad und Khizerabad Bildung.

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Die Kleinsten gehen gerne in den Kindergarten. Kinder ab dem Alter von 3 Jahren werden aufgenommen. Sie bekommen ab dem 4. Lebensjahr eine Vorschule bis sie dann mit 6 Jahren mit der Schule starten.

Auch für Mädchen ist immer noch ein wichtiges Thema für die Menschen in Shimshal. Dadurch, dass das Management 2015 an die Aga Khan Organisation übergeben wurde, die mit einem großen Personalbestand auch gute Lehrer in Shimshal bereit stellen, ist das Bildungsniveau doch sehr hoch.

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Schon ab der 6. Klasse können sich die Schüler*innen für ein Fach der Interessen entscheiden. Sie haben die Möglichkeit Klassen in Economic, Wissenschaft oder Soziales zu besuchen. Der gemeinschaftliche Unterricht bleibt aber bestehen.

In der Zeit wo die Schule geschlossen war, unterrichteten die Lehrer die Schüler zu Hause. Das Resultat ist eine Abschlussprüfung, die für viele eine Weiterbildung möglich machen. Wenn Mädchen in diesen Zeiten in den verschiedenen Fächern von der möglichen Punktzahl von 50, diese fast erreicht haben, zeigt das doch von viel Fleiß und Ehrgeiz. Ein gutes Abschlusszeugnis der 10. Klasse garantiert die Aufnahme in ein gutes College aufgenommen zu werden um später die Chance für einen gut bezahlten Job.

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Wenn es offiziell angeordnet ist, dann auch in Shimshal Unterricht mit Abstand und Maske.

Es ist jedoch nicht Sinn unseres Vereins hier nur die allerbesten zu unterstützen. Studenten für Universität und College, für eine Ausbildung im Hotelmanagement und in Krankenschwesternschulen werden von uns gefördert.

Das Mädchenwohnheim

Es war zwar eine große Herausforderung dieses Wohnheim zu bauen. Aber die ganze Arbeit hat sich gelohnt, wenn man in die glücklichen Gesichter sieht. Nun ist es vielen Mädchen und jungen Frauen möglich das College, die nahe gelegene Universität zu besuchen oder eine Berufsausbildung zu machen. Aktuell ist es bis auf den letzten Platz mit 80 Bewohnerinnen gut gefüllt. Sie fühlen sich dort wohl und Hussn Bibi, die Hausdame macht alles möglich um auch traditionelle Festtage schön zu gestalten. Unter ihrer Anleitung entstehen schöne gestickte Taschen, Kissen und vieles mehr. Sie bietet das zum Verkauf an um den Mädchen mit Taschengeld ihre notwendigen Sachen zu kaufen, was die Bewohnerinnen brauchen.

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Am 21. März wird Navroz gefeiert. Das Neujahrsfest mit persischem Ursprung.
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Es gibt auch kleine Geschenke, hier an Hussn von den Bewohnerinnen.
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Sehr schöne Handarbeiten werden unter der Anleitung von Hussn hergestellt und verkauft. Die Einnahmen gehen zum Teil an das Wohnheim oder gehen direkt an die Mädchen.

Bei der Weihnachtsaktion Aktion „Helfen bringt Freude“ der Schwäbischen Zeitung in Zusammenarbeit mit der Diözese Rottenburg waren wir wieder dabei. Regelmäßig bringt die Zeitung schöne Artikel über unsere Tätigkeit und so wurde auch 2020 unser Verein vorgeschlagen.

Das große Spendenaufkommen 2020 geht in erster Linie an Flüchtlingslager im Nord Irak. Bei einer Veranstaltung in Biberach über diese Maßnahme war sogar Entwicklungsminister Gerd Müller anwesend. Viele Vereine im Verbreitungsgebiet der Schwäbischen Zeitung konnten sich ebenfalls auf eine Zuwendung freuen. Für uns war die Überraschung groß, eine Überweisung von 4.900,-- € zu erhalten. Dieser Betrag wird für eine

Solartherme für warmes Wasser verwendet

Obwohl von Seiten der Verantwortlichen und Bewohnerinnen nie Forderungen an uns gestellt wurden, war bei dieser Nachricht, dann doch die Freude groß. Eine Solaranlage für den täglichen Strom wurde zwar im Zuge des Antrages beim BMZ (Bundesministerium für Entwicklungs-zusammenarbeit) bewilligt, doch damit war die Bewilligungssumme schon ausgeschöpft. Bis jetzt wurde Wasser Gas auf dem Herd erwärmt, was manchmal für das Küchenpersonal dann doch ziemlich anstrengend war.

Die Lage des Wohnheimes ist für diese Maßnahme ideal: in der Höhe gelegen und auch im Winter fast immer in der Sonne. 

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Die Lage für so eine Solartherm Anlage ist ideal. Von einem Tal getrennt liegt das Wohnheim auf einer Anhöhe gegenüber vom Rakaposhi, der es nicht ganz zum 8.oooer geschafft hat. Aber mit 7.788 m doch ein gewaltiger Berg des Karakorums.

Vielen Dank an die Schwäbische Zeitung!

Im Wohnheim gibt es keine Covid Fälle und auch scheint es, dass Gilgit/Baltistan die Pandemie unter Kontrolle hat. Es gibt keine Warnungen oder Hinweise auf stark steigende Infektionszahlen. Es gibt keine Zahlen wieviel tatsächlich infiziert waren oder an Corona gestorben sind, weil nicht getestet wird oder kein Arzt aufgesucht wird.

In 2020 ist der Tourismus total eingebrochen. Es kam keine Expedition oder Trekkinggruppe in die Berge des Karakorums. Das bedeutet, dass Alle, deren Einnahmen vom Tourismus abhängig ist als Träger Guide, Unterkunft, Fahrer, haben nichts verdient.

Neben privaten Spenden und den Mitgliedsbeiträgen erhielten wir 2020 die Überweisung der Realschule Ravensburg, Im Bericht vom Oktober 2020 wurde die Aktion erwähnt. Herzlichen Dank an alle Beteiligten, den Verantwortlichen, Frau Annegreth Heindl, Frau Andrea Balle, den 80 Schülern und allen Lehrern für diese großartige Aktion!

Im August 2020 ist meine liebe Freundin Renate Kunde plötzlich verstorben. (Wie im Oktober 2020 berichtet) Unser Verein hat ihr viel zu verdanken. Durch ihre Arbeit für den Hammer Adventsmarkt wurden wir im Zweijahres Rhythmus mit einem großen Betrag für unsere Projekte unterstützt . Sie hatte ja verfügt, statt Blumen mit einer Spende Shimshal zu bedenken. Die beträchtliche Summe zeigte doch wieviel Wertschätzung ihr entgegen gebracht wurde.

Eine lange Freundschaft verbindet uns mit Karin Lange und Jens Herning vom Alpakahof in Gunzenhausen bei Eigeltingen. Seit Jahren bekommen wir regelmäßig finanzielle Zuwendungen und konnten bei den Herbstfesten unsere Sachen verkaufen.
Für einen Urlaub werden Ferienwohnungen und Wanderungen mit den Alpakas in dieser schönen Gegend angeboten. www.adventure-alpakas.de

Nochmals herzlichen Dank an Alle!

Obwohl meine Projektpartner in Pakistan auf mich warten um verschiedene Anliegen persönlich zu besprechen, ist noch keine Reise nach Pakistan gebucht. Ich bin nun zwar komplett geimpft, möchte aber trotzdem noch die Situation vor Ort abwarten.

 

Oberteuringen, den 20.05.2021

Wilma Rehkugler, 1. Vorsitzende | Karin Axtmann, Schriftführerin

 

Um die Projekte am Laufen zu halten und die versprochene Unterstützung für Schule und Wohnheim leisten zu können,
sind wir auch weiterhin auf Spenden angewiesen.


Spendenkonten des Vereins
 

Sparkasse Bodensee:

IBAN: DE92 6905 0001 0020 1366 44 /// SWIFT-BIC: SOLADES1KNZ

Raiffeisenbank Oberteuringen:

IBAN: DE24 6516 2832 0081 4970 08 /// SWIFT-BIC: GENODES1OTE

Wenn Sie den Reisebericht als PDF-Datei gerne downloaden möchten...

Shimshal_Bericht-2021-Mai.pdf

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Revision: 22.06.2021 - 00:52