Jahresbericht 2020 - Oktober

Liebe Mitglieder und Freunde unseres Vereins,

als im März die Jahreshauptversammlung abgesagt wurde, wusste ich noch nicht, wann wir wieder zu normalen Zeiten zurückkehren werden. Die aktuelle Entwicklung lässt diese Frage weiterhin offen. Die fertigen Reisepläne nach Shimshal mit meiner Enkelin Luisa mussten leider abgesagt werden; ich hatte mich sehr darauf gefreut, mit ihr die Projekte zu besuchen.

Ich hoffe, dass im März 2021 die Jahreshauptversammlung wieder stattfinden kann. Als vorläufiger 2. Vorsitzender wird Markus Rehkugler bis zur nächsten Wahl übernehmen. Wie berichtet, ist Herr Klaus Kiehling im Oktober vor einem Jahr verstorben. Viele, die ihn gekannt haben, werden ihn so wie ich vermissen.

Gedenken an Renate Kunde

Eine traurige Nachricht erreichte mich im August aus Hamburg. Meine liebe Freundin Renate Kunde war plötzlich verstorben. Unser Verein hat ihr viel zu verdanken. Durch ihre Arbeit in der Herz Jesu Kirche zu Hamburg Hamm war sie, auch mit ihrem Mann Harald, maßgeblich an der Organisation für den Hammer Adventsmarkt beteiligt. Und so ist es auch ihr zu verdanken, dass wir im zweijährlichen Rhythmus mit einem großen Betrag für unsere Projekte unterstützt wurden. Wie viel Wertschätzung ihr entgegengebracht wurde, zeigte sich beim Requiem in der Herz Jesu Kirche und durch die vielen Spenden, die sie anstelle von Blumen für unseren Verein erbeten hatte.
Danke liebe Renate für Deine langjährige Freundschaft und für alles, was Du für unseren Verein getan hast! 

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30 Jahre Freundschaft. 1990 haben wir uns bei einer gemeinsamen Tour mit Tendi Sherpa zum Everest Basislager kennen gelernt. Renate mit ihrem Mann Harald Kunde.

Projektarbeit

Die Projektarbeit ging in der Zwischenzeit weiter und der Kontakt mit den Verantwortlichen der Schule und des Wohnheimes war immer gegeben.

Nach meinen Informationen war Shimshal so gut wie abgeriegelt. Nur mit schwerwiegenden Gründen war es den Bewohner*innen erlaubt, das Dorf zu verlassen und wieder zurückzukehren, um es von Corona frei zu halten.

Die wirtschaftlichen Einbrüche gerade in Shimshal und Hunza sind sehr existenziell. Der in den letzten Jahren anwachsende Tourismus kam wieder zum Erliegen und somit entfiel die Möglichkeit, in diesem Bereich etwas zu verdienen.

Und so war auch die Nachricht des Präsidenten (Bürgermeisters) und gleichzeitigen Lehrers unserer Schule, Hassan Karim, keine Überraschung.
Er schrieb uns:

Nach 6 Monaten Schulschließung wegen Corona wurde am 16. September der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Es ist eine Herausforderung, in diesem Jahr die Bildungsmarke zu erreichen. Die AKesP (Agha Khan education service Pakistan) hat die Schulstunden erweitert, um das geforderte Ziel zu erreichen. Das größte Problem ist das Schulgeld für die bedürftigen Waisenkinder und die Kinder von Eltern mit niedrigem Einkommen. Die Verantwortlichen vor Ort wissen, dass die meisten Familien völlig vom Tourismus abhängig sind und Covid 19 die Einkommensquellen ernsthaft zerstört hat. Das Überleben der Menschen ist dadurch ebenfalls in Gefahr. Sie, liebe Mitglieder, sind mit Ihren Beiträgen ein wesentlicher Faktor für die Ausbildung in Shimshal; dadurch konnte die Bildung von Bedürftigen und Waisen ermöglicht werden, sie konnten ihre Ausbildung fortsetzen, insbesondere die weiblichen Schüler. Für diese Hilfe sind alle Beteiligten überaus dankbar und erbitten auch für die Zukunft weitere Unterstützung.

 

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Shimshal ist Corona frei, trotzdem gibt es umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen beim Betreten der Schule und in den Klassenräumen
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Schulbetrieb bei jungen und älteren Schülern

Hassan Karim, Präsident Shimshal

Hassan und die Dorfbewohner wissen natürlich, dass diese Hilfe nur durch unsere Organisation und somit durch die Unterstützung vieler Menschen ermöglicht wurde, um eine zukunftsorientierte Hilfe zu leisten und was damit alles geschaffen wurde.

Wohnheim Karimabad

Auch hier stehe ich in ständiger Verbindung, insbesondere mit der Hausdame Hussn Bibi, die sich voll und ganz für die Bewohnerinnen einsetzt. Auch das Wohnheim war auf Anweisung der Regierung 6 Monate geschlossen. Und so waren sie und die Mädchen glücklich darüber, dass nun ab dem 15. September die Erlaubnis kam, den Betrieb zu eröffnen und die Weiterbildungsmöglichkeiten wieder genutzt werden konnten.

Nun ist das Wohnheim mit 80 Mädchen und jungen Frauen voll besetzt. Einige setzen ihr Studium am College oder der Universität fort, andere sind neu dazugekommen. Wie vereinbart, werden zuerst Mädchen aus Shimshal aufgenommen, dann aber auch Bedürftige aus anderen Tälern wie Ishkoman, Chapursan oder Sost. Im Moment werden die Familien- hintergründe der Bewohnerinnen untersucht, die nicht in der Lage sind, den Eigenanteil von 20,00 € pro Monat zu bezahlen.

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Wahab Ali Shah, der 1. Vorsitzende unseres Partnervereines begrüßt die Bewohnerinnen und informiert über Corona Maßnahmen
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Unter Anleitung unserer Hausdame Hussn Bibi (3. Von links) wurden Speisen für einen Festtag zubereitet.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank für die Zuwendungen, ohne die diese Arbeit nicht möglich wäre.

Herzlichen Dank auch an die Schwäbische Zeitung. Durch die Aktion „Helfen macht Freude“ wird auch unser Verein jährlich mit einer beachtlichen Summe unterstützt.

Aktion Mitmachen ist Ehrensache für die Realschule Ravensburg. Es hat mir viel Freude bereitet, für diese Aktion in diversen Klassen die verschiedenen Projekte vorzustellen und in die interessierten Gesichter zu schauen. Vielen herzlichen Dank an die 80 Schüler*innen, die sich dafür entschieden hatten, einen Tag für „Shimshal“ zu arbeiten und damit auch einen Einblick in das Berufsleben zu bekommen. Das Ergebnis war großartig. Meine Anerkennung und mein Dank geht auch an die Verantwortlichen, Frau Annegreth Heindel, Frau Andrea Balle und an alle Lehrer*innen, die diese Aktion unterstützt haben.

Leider sind für dieses Jahr unsere eigenen Veranstaltungen nicht möglich. Im Rückblick erinnere ich mich, was hier alles bereits geleistet wurde. Ostermärkte, Adventsmärkte waren immer sehr arbeitsintensiv und ohne die vielen Helfer*innen nicht möglich gewesen. Sehr angenehm war die Zusammenarbeit mit dem Alpakahof in Guggenhausen bei Eigeltingen. Mit einem Stand durften wir uns beteiligen und mit großzügigen Spenden wurde unsere Vereinskasse bedacht.

Wilma Rehkugler, 1. Vorsitzende


Spendenkonten des Vereins
 

Sparkasse Bodensee:

IBAN: DE92 6905 0001 0020 1366 44 /// SWIFT-BIC: SOLADES1KNZ

Raiffeisenbank Oberteuringen:

IBAN: DE24 6516 2832 0081 4970 08 /// SWIFT-BIC: GENODES1OTE

Wenn Sie den Reisebericht als PDF-Datei gerne downloaden möchten...

Shimshal_Jahresbericht-2020.pdf

Dateityp: .pdf - Dateigröße: 1,2 MB - Revisionsdatum: 07.11.2020 - Downloads: 1

Revision: 08.11.2020 - 13:20