Jahreshauptversammlung 2015

06.03.2015 im Hotel „Am Obstgarten“ in Oberteuringen-Bitzenhofen

Recht viele Mitglieder konnte unsere 1. Vorsitzende Wilma Rehkugler zur diesjährigen Jahreshauptversammlung am 6. März 2015 im Hotel „Am Obstgarten“ in Bitzenhofen begrüßen.

Unser 2. Vorsitzender Herr Klaus Kiehling konnte diesmal leider nicht anwesend sein. Ihm galt daher in Abwesenheit unser besonderer Gruß.

Besonders gefreut haben wir uns über die Anwesenheit von Herrn Tschek von der Schwäbischen Zeitung sowie von Herrn Bruno Rauscher vom Südkurier. Herzlich begrüßt wurden auch Margret und Toni Reiser aus Biberach.

Die Formalien der Jahreshauptversammlung wurden zügig abgehandelt.
Unsere Kassiererin Anneliese Axtmann berichtete aus ihrem Zuständigkeitsgebiet. Erfreulicherweise sind unsere Finanzen geordnet und wir haben ausreichend Mittel, um unseren Vereinszweck zu erfüllen.

Es schloss sich der Bericht des Kassenprüfers an. Herr Mutter von der Sparkasse Bodensee konnte berichten, dass die Kasse in jeder Hinsicht vorbildlich geführt ist.

Nach der Entlastung des Vorstands standen Neuwahlen für verschiedene Vorstandsfunktionen an. Sämtliche Vorstandsmitglieder wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

An dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank an unsere Mitglieder für ihre Treue zum Verein und auch für die Unterstützung des Vorstands!

Im Anschluss berichtete Frau Rehkugler wie folgt über das vergangene Vereinsjahr:

„In diesem Jahr fand die Versammlung etwas früher statt als üblich. Grund hierfür ist, dass ich bereits in einer Woche auf dem Weg nach Pakistan sein werde. Josef Schmeh wird mich wieder begleiten. In Shimshal stehen Abrechnungen für das BMZ und SEZ an, die teilweise recht aufwändig sind. Das Geld muss exakt so verwendet und abgerechnet werden, wie im Antrag dargestellt, und zwar auf Euro und Rupie. Ich muss die Tagesaufschriebe kontrollieren, ebenso das Material, den Transport und andere Aspekte.

Bei unserer Reise im vergangenen Sommer war das neue Gebäude - das Lehrerhaus und zwei Magazine - gerade im Bau. Nun ist es komplett fertig gestellt - ebenso wie die Erweiterung der Mauer zur Aufnahme der Solaranlage. Das BMZ hatte auch die beantragte Projektreise genehmigt. Die Reise verlief so, dass ich am 02.06.2014 mit Klaus Kiehling nach Pakistan flog, dann mit ihm zurück nach Islamabad, um dort die neuen Freunde Margret und Toni Reiser aus Biberach sowie Sylvia und Josef Schmeh in Empfang zu nehmen.

Auf die Abwicklung der Solaranlage möchte ich nochmals eingehen: Shimshal hatte zwar eine kleine Turbine, aber wegen Wassermangels gab es immer weniger Strom und den so gut wie nur in der Sommerzeit. Die Stromversorgung war somit insgesamt unbefriedigend. Auch seitens des BMZ wurde dies so gesehen. Man war sich mit unserem Verein einig, dass Strom für eine Schule unerlässlich ist. So wurde unser Antrag vom März 2013 dann im Oktober 2013 bewilligt, hierin eingeschlossen war der Bau des neuen Gebäudes.

Dass die Anlage bisher noch nicht in Betrieb genommen werden konnte, liegt weder an der ausführenden Firma, noch an den Shimshalis. Vielmehr hat der pakistanische Staat nun erhebliche Hürden für die Einfuhr von Solarmaterial aufgebaut. Das größte Erschwernis waren hohe Zölle – obwohl das Land keine eigene Solarindustrie hat. Hinzu kam der Umstand, dass hier qualitativ hochwertige Batteriesysteme verwendet werden. Dies ist für die pakistanischen Behörden sicherheitspolitisch eine heikle Angelegenheit, denn die Systeme könnten eventuell auch für andere als die angegebenen Zwecke verwendet werden. Es mussten unzählige Bescheinigungen und Dokumente beigebracht werden, doch letztlich wurden diese Hürden genommen!

Trotz dieser Schwierigkeiten in der Abwicklung war es eine gute Entscheidung, die qualitativ hochwertige Anlage aus Deutschland über die pakistanische Tochterfirma solar vision zu beziehen. Sehr viel Engagement haben hier Herr Gerber aus Bordesholm - ein pensionierter Oberst der Bundeswehr- und sein pakistanischer Freund Brigadier Sikandar aufgebracht.

Nun wird die Anlage bei meinem Besuch Mitte März 2015 offiziell in Betrieb genommen. Damit verbunden werden wir mit den Shimshalis das Thangam-Aussaatfest feiern.
Sehr erfreulich ist, dass es nun endlich sauberes fließendes Wasser in der Schule gibt. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung geschaffen für die Hygiene und Gesundheit der Schülerinnen und Schüler.

Ferner wurde vom SEZ berichtet.

Der Bericht vom Adventsmarkt Hamburg war beeindruckend; den Akteuren galt ein ganz besonderer Dank der Versammlung.

Zusammenfassend wurde zufrieden festgestellt, dass die im Jahr 2013 projektierten Vorhaben in 2014 so gut wie fertig gestellt werden konnten.

Nachdem unsere Mitglieder den Bericht über die Reise vom vergangenen Jahr bereits erhalten haben, soll hier nur kurz wie folgt zusammengefasst werden: Die Schule ist in gutem Zustand. Innen und außen wurde in Eigenarbeit gestrichen und renoviert. Die Klassen sind sehr gut besucht, die Klassenzimmer sämtlich voll belegt. Unter anderem ist dies darauf zurückzuführen, dass die weitere Bildungseinrichtung am Ort, die Aga-Khan-Schule, mit lediglich vier Räumen recht klein und zudem in einem baulich schlechten Zustand ist. Immer wieder werden wir gefragt, ob nicht unser Verein hier etwas investieren könnte. Auch wenn die Arbeit der Aga-Khan-Schule objektiv sicherlich Unterstützung verdient, müssen wir derartige Anfragen ablehnen, denn diese Förderung wäre nicht mehr gedeckt von unserem spezifischen Satzungszweck. Abgesehen davon wäre eine Renovierung nach meiner Einschätzung nicht erfolgversprechend. Die Bausubstanz ist zu schlecht, das Mauerwerk ist marode.

Allgemein stellt sich immer wieder die Frage, ob es sinnvoll ist, mit der Aga-Khan-Organisation in Gilgit zusammenzuarbeiten. Von dort aus wurde Bereitschaft signalisiert, als Bildungsträger den Kindergarten und die unteren Klassen zu übernehmen. Dies würde verhältnismäßig geringe Lohnkosten verursachen, die man seitens der Aga-Khan-Organisation wohl aufbringen könnte. Allerdings würden die Kosten des Betriebs komplett auf die Eltern umgelegt, was zur Folge hätte, dass die armen Familien dieses Geld nicht aufbringen könnten. Da wir aber gerade auch den Kindern aus armen Familien Bildungschancen eröffnen wollen, kann ein solches Modell für uns nicht infrage kommen.

Zusammen mit Klaus Kiehling hatte ich Gespräche mit dem Bürgermeister Shaleen Karim. Es bestand Einigkeit, dass die Zusammenarbeit mit der Gemeinde im Interesse der Schule intensiviert und die Gemeinde stärker in das Schulgeschehen eingebunden werden soll. Inwieweit seitens der Gemeinde eine finanzielle Unterstützung möglich ist, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Die Finanzsausstattung der Gemeinde ist schwierig. Man finanziert sich hauptsächlich aus den Einnahmen der Jagdlizenzen. So bringt der Abschuss eines Eibexes oder eines Blauschafes für die Gemeinde 5000 - 7000 US-Dollar. Dieses Geld wird unter sozialen Gesichtspunkten teilweise an arme Leute gegeben.
Für uns ist es kaum vorstellbar, dass ein Staat der Bildung der Kinder nicht oberste Priorität einräumt. Leider ist dies jedoch in Pakistan der Fall. Zwar gibt es staatliche Schulen, jedoch sind diese - besonders im Norden des Landes - in erschreckendem Zustand. Im Falle unserer Provinz Gilgit- Baltistan kommt noch deren spezieller Status zum Tragen: Als ein Teil Kaschmirs wird die Region noch immer von Indien beansprucht. Um hier keine kriegerischen Auseinandersetzungen zu provozieren, scheut sich Pakistan, diese Provinz als eigene anzuerkennen. Dies hat unter anderem zur Folge, dass hier weniger Geld als in anderen Landesteilen investiert wird.

In unserer Schule sind 14 Lehrer angestellt. Auch die junge Verena aus Hamburg ist seit Kurzem als Lehrerin dort tätig. Ich hatte Verena im Oktober 2014 in Hamburg kennengelernt; sie bringt die besten Voraussetzungen mit, um unsere Schule als Lehrkraft zu unterstützen. Unser langjähriger Lehrer Hassan hält sich derzeit in Karachi auf, wo sich seine Ehefrau einer Augenoperation unterziehen muss. Verena vertritt Hassan in idealer Weise. Vor wenigen Tagen erhielt ich die glückliche Nachricht, dass die Augenoperation gut verlaufen ist.

Auch 2014 haben wieder 50 Schüler der oberen Klassen unsere Schule mit einem Abschluss verlassen. Die Abschlussprüfung musste in Sost stattfinden, da die Prüfungskommission die Räume in unsere Schule als nicht ausreichend für die große Schülerzahl eingeschätzt hatte. Wir haben hier die Hälfte der Kosten für Fahrt, Unterbringung und Prüfungsgebühren übernommen.
Im vergangenen Schuljahr haben wir wiederum eine große Anzahl von Studenten unterstützt: Navida, Nabila, Shaista, Noorina, Roshan, Nasreen, Bibi Sosan, Adil (nur noch für 2014), und Altaf, den Sohn unseres verstorbenen Wachmanns (sein Bruder kam bei einem Bergunglück ums Leben). Gefördert wurde auch Dann Quba, der Sohn des Bruders von Bakhtawar Jafar aus unserer Schule.

Unser Verein hat sich auch im abgelaufenen Jahr vor allem aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert. Hinzu kamen unsere eigenen Aktivitäten, wie Oster- und Adventsmärkte. Ohne diese Einkünfte wären unsere Aufgaben in Shimshal nicht zu bewältigen.

Herzlichen Dank daher nochmals an alle, die an den Arbeiten dafür beteiligt waren.
Mit Rita war ich zweimal auf dem Alpakahof in Eigeltingen. Die Betreiber Karin Lange und Jens Herwig spendeten uns außerdem die Einnahmen aus der Bewirtung im Rahmen des auf ihrem Hof stattfindenden Herbstfestes.

Die Firmgruppen verkauften nach dem Gottesdienst in der St.-Martinskirche Gebäck und spendeten uns den stattlichen Erlös von 250 €.

Unterstützt wurden wir außerdem von der Senioren-Englischgruppe. Von Andrea Ball erhielten wir wieder die Spende zum Abschluss-Gottesdienst der Realschule Ravensburg.“

Im Anschluss vermittelte eine Fotoschau ein sehr lebendiges Bild von der letztjährigen Reise nach Shimshal.

Der Abend schloss mit einem hochinteressanten und spannenden Bericht von Margret und Toni Reiser über ihre Reise nach Pakistan. Faszinierend waren vor allem die Fotos und Filme vom Besuch im Schrein der Sufis in Shah Lamel/Lahore. Ebenso lebendig war der Bericht vom Abstecher nach Kashgar/China. Faszinierend waren die Eindrücke vom Turkvolk der Uiguren, von kirgisischen Jurten und – man höre und staune – von der uralten Tradition der dort hergestellten Teigwaren, eine Art asiatischer SPAGHETTI.
 

Ihre Wilma Rehkugler

Den Bericht zum Download

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